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Verbundprojekt AGRO-DE gestartet

Pressemitteilung vom 28.09.2016

Alles Gute kommt von oben! – Verbundprojekt AGRO-DE gestartet

Aktuelle Satelliteninformationen demnächst deutschlandweit für die Landwirtschaft verfügbar

(Beberbeck/Braunschweig)

Seit rund 45 Jahren umkreisen verschiedenste Erdbeobachtungssatelliten unsere Erde. Diese Satelliten liefern wichtige Informationen über den Zustand und die Veränderungen unseres Lebensraums. Die Landwirtschaft ist in Deutschland mit Abstand der größte Flächennutzer mit ca. 52 % der Gesamtfläche des Landes und ca. 285.000 landwirtschaftlichen Betrieben. Allerdings waren bisher aktuelle Informationen aus Satellitenbildern auch für die Landwirtschaft meist nur für Experten verfügbar, da die Beschaffung und Auswertung der Daten kostspielig und kompliziert waren.

Auf der Hessischen Staatsdomäne Beberbeck bei Kassel fand am 26.09.2016 der offizielle Startschuss für das Verbundprojekt AGRO-DE statt. Das Projektkonsortium, bestehend aus dem Julius Kühn-Institut (JKI), dem Deutschen Zentrum für Luft und Raumfahrt (DLR) und den Firmen EOMAP und Hanse-Agro, hat sich zum Ziel gesetzt, aktuelle Informationen aus Satellitenbildern deutschlandweit für die Landwirtschaft aufzubereiten und über das Internet bereitzustellen. Die Domäne Beberbeck wird in AGRO-DE ein Demobetrieb, der die neuen Informationsprodukte auf ihre Nutzbarkeit in der landwirtschaftlichen Praxis testen und bewerten wird.

Mit dem Projekt AGRO-DE wird ein Daten- und Auswertungscluster geschaffen werden, welches landwirtschaftlichen Betrieben, Beratern, Lohnunternehmern und Serviceprovidern ermöglicht, vorverarbeitete Fernerkundungsinformationen zeitnah nutzen zu können und in ihre Betriebsabläufe zu integrieren. Die Informationen sollen dabei in verschiedenen Formen (z.B. als Karten- oder Datendienst), Informationstiefen (z.B. als Bilddaten, Informationsprodukt, oder als dynamisches Modellierungsergebnis) und Abrechnungsmodellen (kostenfrei und gebührenpflichtig) bereitgestellt werden.

Hintergrund ist das Europäische Copernicus Programm (www.copernicus.eu, www.d-gmes.de). Im Rahmen des Programms werden seit 2014 Sentinel-Erdbeobachtungssatelliten gestartet, die operationell Satellitenbilddaten in bisher nicht gekannter Menge, zeitlicher Auflösung und technischer Qualität liefern. Für Deutschland können mit den neuen Sentinel-1 Satelliten garantiert alle 2-3 Tage aktuelle Informationen über die Entwicklung der Vegetationsbestände mit Hilfe wolkendurchdringender Radartechnik gewonnen werden. Alle 3-4 Tage werden die Flächen von den multispektralen Sentinel 2 Systemen überflogen, so dass die Chancen, eine wolkenfreie Aufnahme zu erhalten, deutlich gesteigert werden. Im Vergleich zu den meisten existierenden Fernerkundungsmissionen sind die Rohdaten kostenfrei verfügbar. Die hohe zeitliche, räumliche (10-20 m) und spektrale Auflösung ermöglichen völlig neuartige Datenprodukte, die auch für kleinstrukturierte landwirtschaftliche Betriebe sehr interessant werden. Die Strategie der EU, dass Copernicus Programm auch nach 2020 mit neuen Satelliten auszurüsten, macht die Entwicklung eines Daten- und Auswertungsclusters mit operationellen Verarbeitungsketten mittel- und langfristig sehr interessant.

Mit dem Projekt AGRO-DE können zum ersten Mal alle Landwirte in Deutschland von aktuellen Satelliteninformationen profitieren. Mit AGRO-DE wird ein offener Zugang zu nutzbaren Informationsprodukten geschaffen, der den Einsatz von Precision Farming Technologien stimulieren soll. Diese Technologien sollen auch kleinstrukturierte Betriebe und Betriebe mit ökologischem Landbau ansprechen. Darüber hinaus können Informationsprodukte aus AGRO-DE zukünftig auch Forschungseinrichtungen, Bundes- und Landesbehörden sowie Nichtregierungsorganisationen (NGO) bei ihrer Arbeit unterstützen, da methodisch einheitlich hergestellte Datensätze für Deutschland bereitstehen.

Titelbild: Das AGRO-DE Projektteam, von links nach rechts: Dr. Andreas Hirner (DLR), Dr. Knut Hartmann (EOMAP), Dr. Uta Heiden (DLR), Dr. Dominik Gerwers (Hanse-Agro), Dr. Heike Gerighausen (JKI), Dr. Holger Lilienthal (JKI), Marvin Dierks (JKI).

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